Männer leiden mehr unter Rezession als Frauen

Sorge um Job als Auslöser für Depressionen, Angstgefühle und Stress

Männer sprechen weniger über ihre Sorgen, trinken eher (Foto: pixelio.de, Günter Havlena)

London (pte/11.05.2009/10:10) - Männer kämpfen offenbar stärker mit den emotionalen Auswirkungen der derzeit herrschenden Rezession als Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Charity-Organisation Mind http://www.mind.org.uk . Fast 40 Prozent der Männer geben zu, dass sie, wenn es um Sicherheit des Arbeitsplatzes, Arbeit und Geld geht, eher niedergeschlagen sind. Befragt wurden 2.000 Erwachsene. Männer holen sich auch weniger wahrscheinlich Hilfe bei ihrem Hausarzt oder einem anderen Berater. Laut Mind leiden derzeit allein in Großbritannien 2,7 Mio. Männer unter psychologischen Problemen wie Depressionen, Angstgefühle oder Stress.

Die Männer, die die Umfrage beantworteten, schienen auch eher Probleme damit zu haben, zuzugeben, dass sie niedergeschlagen oder gestresst waren als Frauen. Nur 29 Prozent der Männer redeten mit Freunden über ihre Probleme, aber 53 Prozent der Frauen. Die Männer suchten auch seltener das Gespräch mit der Familie oder holten sich professionelle Unterstützung. Ein Drittel fühlte sich dadurch in Verlegenheit gebracht. Fünf Prozent der Männer gaben zu, bereits an Selbstmord gedacht zu haben. Bei den Teilnehmerinnen an der Studie waren es nur zwei Prozent.

In einem Bericht fordert Mind die britische Regierung auf, eine Strategie für die Gesundheit der Männer zu entwickeln. Arbeitgeber sollten ihre gestressten Mitarbeiter mehr unterstützen. Obwohl Männer und Frauen psychische Probleme ungefähr gleich stark erlebten, würden Männer viel seltener entsprechend diagnostiziert und behandelt. Die Rezession könnte diesen Trend noch deutlich verstärken. Studien sind laut BBC zu dem Ergebnis gekommen, dass einer von sieben Männern innerhalb eines halben Jahres nach dem Verlust des Arbeitsplatzes depressiv wird.

Mind-Chef Paul Farmer betonte, dass es noch immer entscheidend für die Psyche eines Mannes sei, der Ernährer zu sein. Verliere ein Mann seinen Job, verliere er auch einen großen Teil seiner Identität, was zu großen psychischen Problemen führen kann. Das Problem bestehe darin, dass noch immer zu viele Männer glauben, dass das Zugeben von psychischem Stress sie schwach erscheinen lässt. Dieses Stigma könne Leben kosten. Die Mind-Kampagne wird von Stephen Fry http://www.stephenfry.com unterstützt, der heute froh wäre, wenn er früher in der Lage gewesen wäre, Unterstützung anzunehmen. Peter Cooper, Sprecher der British Psychological Society, http://www.bps.org.uk , erklärte, dass die Tatsache, dass Männer seltener über ihre Gefühle sprechen, zu Angstgefühlen, Depressionen und einem zu hohen Alkoholkonsum führen kann. (Ende)

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Michaela Monschein email: monschein@pressetext.com Tel. +43-1-81140-0

Wirbel um Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge

Britische Ärzte gegen Untersuchungsstopp für Frauen ab 50

Ärzte fordern Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge auch für ältere Frauen (Foto: pixelio.de, berwis)

London (pte/08.05.2009/10:00) - Vorsorgeuntersuchungen gegen Gebärmutterhalskrebs erkennen auch bei Frauen über 50 Abweichungen, betonen Wissenschaftler des Institute of Cancer Research http://www.icr.ac.uk und widersprechen damit Forderungen, diese Programme bei älteren Frauen einzustellen. In Großbritannien gab es große Diskussionen darüber, ob diese Abstriche bei Frauen zwischen 50 und 64 Jahren fortgesetzt werden sollten. Die Auswertung der Daten von zwei Mio. Frauen ergab jedoch, dass erste Erkrankungen ohne diese Untersuchungen nicht erkannt werden würden. Allein in Großbritannien wird laut BBC jährlich bei rund 2.700 Frauen Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. Diese Krankheit ist die am zweithäufigsten verbreitete Krebsform bei Frauen unter 35 Jahren. 99 Prozent werden durch HPV-Infektionen verursacht. Details der Studie wurden im British Journal of Cancer veröffentlicht.

Die Idee hinter den Vorsorgeuntersuchungen ist, präkanzeröse Veränderungen zu erkennen und sie zu behandeln, bevor eine Erkrankung entsteht. Bei Frauen über 50 Jahren treten diese Veränderungen oder Lässionen seltener auf. 10 Prozent der Frauen in den Zwanzigern verfügen über diese Auffälligkeiten. Bei Frauen über 50 ist es nur noch ein Prozent. Frühere Studie sind zu dem Schluss gekommen, dass die Untersuchungen aufgrund des geringeren Risikos bei den älteren Frauen mehr Schaden anrichten als nutzen.

Eine Untersuchung von Abstrichen von Frauen zwischen 20 und 64, die zwischen 1998 und 2003 durchgeführt wurden, hat ergeben, dass die Vorsorgeuntersuchungen ernsthafte Veränderungen sehr schnell erkennen. Zwei Drittel der Abweichungen bei den Abstrichen wurden bei jenen Frauen erkannt, die in den Vierzigern zwei negative Ergebnisse hatten. Laut den Wissenschaftlern würden ohne diese Tests Abweichungen genau bei diesen Frauen nicht mehr erkannt. Die Studie wurde in Südengland durchgeführt, wo das Gebärmutterhalskrebs-Risiko niedriger als der Durchschnitt ist. Aus diesem Grund könnten in anderen Teilen des Landes ohne Vorsorgeuntersuchung sogar noch mehr Erkrankungen übersehen werden. Derzeit werden Frauen in England zwischen 25 und 49 Jahren alle drei Jahre zu einer Vorsorgeuntersuchunge eingeladen. Zwischen 50 und 64 erhöhen sich die Intervalle auf alle fünf Jahre. Laut Blanks würde ein Ende der Untersuchungen mit 50 viel Geld und viel Anspannung ersparen. Man könne jedoch aufgrund der vorliegenden Daten nicht sagen, dass kein Risiko mehr bestehe. Weitere Forschungsprojekte sollten untersuchen, ob es Gruppen mit einem sehr geringen Risiko gebe, bei denen die Untersuchungen eingestellt werden könnten. (Ende)

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Gemobbte Kids entwickeln häufiger psychotische Symptome

Britische Studie untersucht mehr als 6.400 Schulkinder

Mobbing über längere Zeiträume führt zu psychischen Problemen (Foto: Erysipel/pixelio)

Coventry (pte/07.05.2009/13:05) - Kinder, die in ihrer Schulzeit wiederholt Opfer von direkter oder auch indirekter Gewalt durch Mitschüler wurden, entwickeln als Jugendliche doppelt so häufig psychische Störungen als Kinder, die nicht gemobbt wurden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Dieter Wolke von der University of Warwick http://www.warwick.co.uk in Coventry. Insgesamt hat das Forscherteam 6.437 Kinder bis zum Alter von 13 Jahren untersucht. Über das Studienergebnis berichtet das Team im Fachmagazin Archives of General Psychiatry. Zu unterscheiden sind zwei verschiedene Arten des Mobbing - das direkte mit Schlägen und physischer Gewaltanwendung und das Beziehungsmobbing, bei dem gedroht, erpresst und schikaniert wird. “Dass Kinder und Jugendliche Konflikte miteinander haben, ist normal und ist zudem auch wichtig”, betont Wolke im pressetext-Interview. “Denn nur so können sie lernen, später im Leben mit Konflikten umzugehen.” Sehr problematisch sei aber ein solches Mobbing über einen längeren Zeitraum hinweg. “Wurden Kinder über mehrere Jahre hinweg von Mitschülern schikaniert, erhöhte sich das Risiko, an psychotischen Symptomen zu leiden, sogar um das Vierfache.” Einmal jährlich wurden die Kinder in persönlichen Interviews von den Psychologen befragt. Zudem wurden psychologische und physische Tests durchgeführt. “Knapp vor Erreichung des 13. Lebensjahres wurden die Probanden schließlich nach allfälligen psychotischen Symptomen in den letzten sechs Monaten befragt”, erklärt Wolke. Gefragt wurde nach dem Auftreten von Halluzinationen, Wahnvorstellungen wie etwa die Angst bespitzelt zu werden oder paraniode und bizarre Gedanken. “Unsere Studie hat deutlich gezeigt, dass solche Schikanen ernste Folgen auf die Wahrnehmung der Welt haben können.” “Das deutet daraufhin, dass feindliche soziale Beziehungen mit seinesgleichen ein potenzieller Risikofaktor für die Entwicklung psychotischer Symptome bei Jugendlichen und zur Entwicklung von Psychosen bei Erwachsenen sein können”, so Wolke. Solchen Problemen könne bereits im Kreis der Familie vorbeugend entgegengewirkt werden. “Wenn Eltern das mitbekommen, müssen solche Übergriffe älterer Geschwister mit klaren Sanktionen belegt werden.” Umgekehrt warnt der Psychologe aber auch davor, dass Eltern nicht alle Probleme für ihr Kind lösen sollten. “Überprotektive Eltern schaden dem Kind auch, denn es kann nicht lernen, Strategien zu entwickeln.” Im Schulalltag müsse die Vorbeugung von Mobbing zur Tagesordnung werden. “Mobbing findet nicht im Klassenzimmer, sondern am Korridor oder Spielplatz statt”, meint Wolke. Sehr bewährt habe sich die Einführung von Peer-Counsellors - ausgebildeten älteren Mitschülern - zur Konfliktlösung. “In der Regel gehen nur etwa 50 Prozent der betroffenen Schüler zu Lehrern, da diese meist nicht weiterhelfen können”, so der Psychologe abschließend im pressetext-Interview. (Ende)

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