Hoffnung auf effektivere Tests bei Prostatakrebs

Fettbläschen im Urin enthalten entscheidende Informationen

Neuer Test soll aggressiven Prostatakrebs erkennen (Foto: pixelio.de, Sigrid Roßmann)

Amsterdam (pte/13.05.2009/10:45) - Wissenschaftler des VU medisch centrum http://www.vumc.com haben möglicherweise ein neues Verfahren gefunden, um festzustellen, ob ein Prostatakrebs aggressiv ist oder nicht. Das Team um Jonas Nilsson hat entdeckt, dass winzige Fettbläschen im Urin die entscheidenden Informationen enthalten, um zu entscheiden, welche Art von Behandlung ein Patient benötigt. Ist ein Prostatakrebs aggressiv, ist eine sofortige Behandlung erforderlich. Ein anderes Vorgehen ist jedoch bei Patienten mit langsam wachsenden Arten der Krankheit angezeigt. Details der Studie wurden im British Journal of Cancer veröffentlicht.

Bis jetzt nutzten die Wissenschaftler Proteinwerte wie PSA, die von den Krebszellen produziert werden, um einen aggressiven Tumor zu erkennen. Unsichere Ergebnisse sind möglich und daher auch die unnötige Behandlung von Patienten, die langfristige Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz haben kann. Die akutelle Studie konzentrierte sich auf fetthaltige Kapseln, die so genannten Exosome, die mit dem Urin aus dem Körper gespült werden. Bei Patienten mit Prostatakrebs enthalten sie Moleküle, die direkt vom Tumor stammen. Diese Moleküle, die RNA enthalten, können genutzt werden um herauszufinden, welche Gene beim Krebs aktiv sind und welche nicht. So wird erkennbar, ob ein Krebs aggressiv ist oder nicht. Nilsson hofft, dass diese Forschungsergebnisse eines Tages die Entwicklung eines effektiveren Tests ermöglichen werden.

Prostatakrebs ist die verbreitetste Krebsform bei Männern in Großbritannien. Jedes Jahr wird er laut BBC bei rund 34.000 Männern festgestellt. Rund 10.000 sterben in der Folge an dieser Krankheit. Prostatakrebs kann tödlich sein, seine schwächere Form erfordert vielfach jedoch nicht mehr an Behandlung als eine genaue Beobachtung. Die Betroffenen sterben vielfach an einer ganz anderen Krankheit, die nicht mit dem Krebs in Zusammenhang steht. (Ende)

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Kein Geld für sauberes Wasser

WaterAid kritisiert falsche Prioritätensetzung bei Entwicklungshilfe

Sauberes Wasser ist lebensnotwendig (Foto: WaterAid/L. Thompson)

London/Wien (pte/12.05.2009/16:17) - Millionen von Kinderleben sind wegen falschen Entscheidungen von Hilfsagenturen und Staaten gefährdet. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie der Hilfsorganisation WaterAid http://www.wateraid.org . Anstatt mehr Geld für die Versorgung mit reinem Trinkwasser auszugeben, setzen die meisten Hilfsorganisationen woanders an. Durchfallerkrankungen durch schlechte Wasserversorgung töten mehr Kinder als HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria zusammengerechnet. “Allein 2004 haben Durchfallerkrankungen 1,8 Mio. Kindern das Leben gekostet”, so Studienleiter Oliver Cumming von WaterAid gegenüber pressetext. Für die Bereistellung von sauberem Wasser habe es zwischen 2004 und 2006 hingegen nur 1,5 Mrd. Dollar an Hilfsmitteln gegeben. Umgekehrt wurden im gleichen Zeitraum hingegen 10,8 Mrd. Dollar für HIV/Aids-Medikamente und 3,5 Mrd. Dollar für die Malariabekämpfung ausgegeben. Cumming unterstreicht die Bedeutung für sauberes Trinkwasser als Voraussetzung zum Überleben der Kleinsten. “Damit kann man die Sterblichkeitsrate der unter Fünfjährigen um zwei Drittel verringern und das Millennium-Ziel erreichen”, betont Cumming. In Sambia berichtet das Gesundheitsministerium, dass mehr als 80 Prozent der Erkrankungen in Krankenhäusern und Kliniken auf schlechte sanitäre Bedingungen zurückzuführen sind. Wasserversorgung erhalte allerdings nur etwa ein Achtel jener finanziellen Mittel, die etwa für Malaria ausgegeben werden, so Cummings Bericht. In Madagaskar sei die Zahl der Todesfälle durch HIV/Aids nach Angaben von UNAIDS zu gering, um sie zu schätzen. Durchfallerkrankungen fordern hingegen jährlich 14.000 Todesopfer unter Kindern. In Ruanda liege die Aids-Infektionsrate bei drei Prozent. Allerdings wurden 75 Prozent der gesamten Hilfsleistungen für diese Infektionserkrankung ausgegeben. Nur zwei Prozent der Leistungen gingen auf das Konto von Kinderkrankheiten. Cumming kritisiert, dass die Belastungen von Erkrankungen offensichtlich nicht an die Entscheidungen von Hilfsorganisationen gebunden ist. “Jene, die Geld geben, sollten genau und aufmerksam hinsehen, wo und für was Geld ausgegeben wird und ob die finanziellen Mittel auch so tatsächlich den Bedürfnissen entsprechen”, so Cumming. Es gehe nicht darum zwischen zwei verschiedenen Katastrophen zu wählen. Die Gefahr sei allerdings schlichtweg die, dass die Vernachlässigung von sauberem Wasser die Effektivität anderer gesundheitsfördernder Maßnahmen reduziert. Nicht alle stehen den Hilfsorganisationen und ihren Entscheidungen, wo und wann zu helfen ist, derart positiv gegenüber. “Die Bill und Melinda Gates-Stiftung, die 2008 rund 35,1 Mrd. Dollar besaß, hat sich auf ihre Fahnen geheftet, den Ärmsten der Armen zu helfen. Während die Stiftung 1,5 Mrd. Dollar im Kampf gegen Aids ausgab, verdiente sie im Gegenzug ein Vermögen durch Aktien von Pharmafirmen wie Merck und Pfizer”, so der Autor Klaus Werner Lobo http://klauswerner.com im pressetext-Gespräch. Lobo hatte in seinem 2008 erschienen Buch “Uns gehört die Welt!” kritisiert, dass die Stiftung nur fünf Prozent für gemeinnützige Projekte ausgegeben habe. Der Großteil der Unterstützung ging in Impfprogramme. (Ende)

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Schweinegrippe: Pandemie steht unmittelbar bevor

Britische Studie bestätigt WHO-Annahme

Schweinegrippe-Pandemie steht unmittelbar bevor (Foto: pixelio/www.filawelt.com)

London/Wien (pte/12.05.2009/13:50) - Wissenschaftler des Londoner Imperial College http://www3.imperial.ac.uk kommen in einem Artikel im Wissenschaftsmagazin Science zum Schluss, dass die Daten über die Schweinegrippe Hinweise auf die Frühphase einer Pandemie liefern. Auf jede infizierte Person kommen nach den Hochrechnungen der Forscher vom MRC Centre for Outbreak Analysis and Modelling 1,2 bis 1,6 Zweitfälle. Im Vergleich zur saisonalen Influenza sei das recht hoch, denn dort wird mit einer Durchseuchungsrate zwischen zehn und 15 Prozent gerechnet, während man hier mit 20 bis 30 Prozent rechnen müsse. “Die Einschätzung der britischen Forscher entspricht damit auch der Beurteilung der WHO”, meint Hubert Hrabcik, Sektionschef in der Generaldirektion für öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium http://www.gesundheitsministerium.at im pressetext-Interview. “Die WHO hat wegen der sich ausbreitenden Schweinegrippe das Pandemierisiko auf die zweithöchste Stufe fünf angehoben”, so Hrabcik. Das bedeutet, dass das Virus in mindestens zwei Ländern auf einem Kontinent von Mensch zu Mensch übertragen wurde. Es gebe jedoch keine ausgeprägten Infektionsketten. Zudem habe das Virus derzeit nicht jene Bösartigkeit, die zunächst vermutet wurde. Die Ausbreitung des Virus über Länder sei über Reisende erfolgt. Man sei man auf die Situation vorbereitet, erklärt der Experte. Die Londoner Forscher schätzen, dass in Mexiko die Schweinegrippe - die Influenza A Stamm H1N1 - zu rund vier Todesfällen pro 1.000 Infizierten führt. Das entspreche der Sterberate der Grippepandemie von 1957. Allerdings geben die Experten auch an, dass sich die Vorsorge seit 1957 wesentlich effektiver und man zudem deutlich besser vorbereitet sei. Die Erkrankung sei aller Wahrscheinlichkeit nach am 15. Februar in Mexiko erstmals aufgetreten. Bis Ende April sind insgesamt 23.000 Menschen in Mexiko infiziert worden, 91 sind daran gestorben. Die Angaben sind allerdings unsicher, da einige mild verlaufene Fälle nicht gemeldet wurden. Die Zahlen der tatsächlich Infizierten könnten zwischen 6.000 und 32.000 liegen, rechnen die Londoner Forscher vor. Im relativ isoliert gelegenen Dorf La Gloria in Mexiko waren Kinder doppelt so oft an der Grippe erkrankt wie Erwachsene. Erwachsene haben offensichtlich ein besseres Immunsystem gegen die Infektion. Das könne auch daran liegen, dass sie bereits einmal zuvor von einem verwandten Virenstamm infiziert waren. Ein anderer Grund könnte aber auch sein, dass Kinder wegen der körpernahen Interaktion in Schulen oder Kindergärten häufiger betroffen waren. Studienautor Neil Ferguson und sein Team kommt nach den erhobenen Daten zum Schluss, dass es sich um eine unmittelbar bevorstehende Pandemie handelt. Generell gebe es derzeit keine Reisewarnung, meint Hrabcik. Als einfach anzuwendende Schutzmechanismen rät der Mediziner zu aufmerksamer Hygiene und häufigem Händewaschen. Eine 100-prozentige Vorbeugung sei natürlich nicht möglich. Derzeit gebe es aber keinen Grund zur Panik, denn die Erkrankung verlaufe relativ mild und sei nach drei bis vier Tagen überstanden. “Wir erhalten vom Europäischen Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention in Stockholm, dem US-Zentrum für Krankheitskontrolle in Atlanta und der WHO täglich Berichte über den Verlauf, die Verbreitung und die Zahl der Neuinfektionen”, betont der Experte. “Derzeit arbeiten Forscher fieberhaft an der Virusanalayse - an der Sequenzierung und Genotypisierung des Stammes”, erklärt Hrabcik. (Ende)

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